Häufig gestellte Fragen

Wie erfolgt die Bewertung von Schmuckstücken?

Für eine exakte, verbindliche Einschätzung Ihrer Werte benötigen wir die Schmuckstücke in unserem Haus. Sollte es Ihnen nicht möglich sein uns vor Ort zu besuchen, organisieren wir für Sie auch gerne eine Abholung mit unserem versicherten Werttransport.

Sie können uns auch im Vorfeld Daten und Bilder Ihrer Schmuckstücke mailen oder per Post zukommen lassen. Unsere Experten werden Sie daraufhin schnellstmöglich kontaktieren. Die Stücke werden in unserem Haus gründlich untersucht und taxiert, die Begutachtung erfolgt kostenlos. Kosten in Form einer Verkaufsprovision fallen erst im Verkaufsfall an. Die richtige und akkurate Einschätzung Ihres persönlichen Schmucks bildet die Basis für die Preisfindung. Hastige und unsichere „Soforteinschätzungen“ nehmen wir daher grundsätzlich nicht vor, denn Ruhe und Professionalität bei der Einschätzung haben oberste Priorität.

Nachdem wir Ihnen die Preise zu den jeweiligen Schmuckstücken mitgeteilt haben, können Sie diese in Ruhe überdenken.

Klären Sie evtl. Fragen zur Einschätzung vor Vertragsabschluss mit unseren Experten ganz in Ruhe und ohne Entscheidungsdruck. Wir sind in jeder Phase der Einlieferung für Sie da.

Abkürzungen zum Werk einer Uhr

EZ Gesamtzustand Gehäuse und Werk
EZW Erhaltungszustand des Werkes
EZW 0 Ohne Beanstandung, neuwertig
EZW 1 Kleinste Beanstandung z.B. Reinigung, da längere Lagerzeit, ungenauer, regulierbarer Gang, Batterie-Wechsel (Quarzwerk).
EZW 2 Kleine Beanstandung; kleine mechanische Fehler, die ohne größeren Aufwand behoben werden können. Haarrisse, Vergoldung, Versilberung oder der gleichen fleckig, falls Ersatzteile erforderlich, in einschlägigen Fachgeschäften beschaffbar z.B. Zugfeder gerissen, Zeiger ersetzen etc.
EZW 3 Technische Beanstandung z.B. Grundüberholung mit Ersatzteilen empfehlenswert in einschlägiger Fachwerkstatt; schwere Haarrisse. Steinlager möglicherweise ersetzt, Quarzwerk durch ausgelaufene Batterie angegriffen etc.
EZW 4 Erhebliche Beanstandung; größerer Aufwand der Reparatur mittels Werkteilen, die in Spezialwerkstätten gefertigt werden, z.B. Trieb eindrehen, Unruh-Welle oder Spindel, Spiralfeder, Hebel etc. ersetzen.
EZW 5 Werk sekundär – wahrscheinlich nicht zu reparieren – eventuell durch Werkaustausch instandsetzbar.
Ab Hersteller wasserdicht bzw. wassergeschützt bedeutet: dass die Uhren wasserdicht bzw. wassergeschützt hergestellt wurden, jedoch nicht, dass sie sich in diesem Zustand befinden. Die Uhren wurden unsererseits nicht auf Wasserdichtigkeit geprüft.

 

Abkürzungen zum Gehäuse einer Uhr

EZ Gesamtzustand Gehäuse und Werk
EZG Erhaltungszustand des Gehäuses
EZG 0 Ohne Beanstandung, neuwertig: Edelmetall durch einfachsten Aufwand (z.B. tauchen) auffrischbar.
EZG 1 Kleinste Beanstandungen, altersbedingte Pflegespuren; ohne Montage austauschbare Kleinteile z.B. Bügel, Federstege, Ösen etc. Glas hat kleinste Kratzer (mit Lupe erkennbar).
EZG 2 Kleinste Beanstandungen; altersbedingt, durch Nutzung entstandener Abrieb, aber Gesamtbild ’schön‘, z.B. Kratzer, kleine Beulen, Zifferblatt restauriert, im Fachgeschäft beschaffbare Ersatzteile ohne Aufwand ersetzbar, z.B. Glas, Krone, Gliederteile etc.
EZG 3 Nutzspuren und Gebrauchsspuren mit tiefen Kratzern, durch Fachwerkstatt aufbesserbare Defekte, z.B. Lötspuren, für Reparatur erkennbar, Wandung stark verbeult, aber keine Beeinträchtigung der Funktion, Mineralglas mit Facette, Formglas ersetzbar etc.
EZG 4 Erhebliche Beanstandungen; durch Spezialwerkstätte zu verbessern, z.B. Scharnier defekt, mehrere Lötarbeiten durchführbar, altersbedingte durchstoßene Gehäusewandungen, fehlende Schmucksteine, Bandteile zu fertigen etc.
EZG 5 Fehlende, mit großem Aufwand beschaffbare, Gehäuseteile, z.B. Gehäuse-Boden, Glasrand, Zinnlötungen etc.
Ab Hersteller wasserdicht bzw. wassergeschützt bedeutet: dass die Uhren wasserdicht bzw. wassergeschützt hergestellt wurden, jedoch nicht, dass sie sich in diesem Zustand befinden. Die Uhren wurden unsererseits nicht auf Wasserdichtigkeit geprüft.

 

Abkürzungen Schmuck

SW/SP Geschätzter Wiederbeschaffungswert im Einzelhandel
Lupenrein Ein Diamant darf nur dann als lupenrein bezeichnet werden, wenn er sich unter diesen Voraussetzungen als absolut transparent und frei von Einschlüssen erweist.
VVS (vvs 1, vvs 2) Sehr, sehr kleine Einschlüsse, bei zehnfacher Vergrößerung nur sehr schwierig zu erkennen.
VS (vs 1, vs 29) Sehr kleine Einschlüsse, bei zehnfacher Vergrößerung schwierig zu erkennen.
SI Kleine Einschlüsse, bei zehnfacher Vergrößerung leicht zu erkennen, durch das Oberteil nicht mit bloßem Auge sichtbar.
P 1 – 3 Beinhalten deutliche äußere Merkmale.
P 1 (Pique 1) Einschlüsse, die bei zehnfacher Vergrößerung sofort erkennbar sind, aber die Brillanzwirkung nicht beeinträchtigen. Mit bloßem Auge gerade noch durch das Oberteil zu erkennen.
P 2 (Pique 2) Größere und/oder zahlreiche Einschlüsse, die mit bloßem Auge durch das Oberteil gut zu erkennen sind und die Brillanz etwas beeinträchtigen.
P 3 (Pique 3) Große und/oder zahlreiche Einschlüsse, die mit bloßem Auge sehr leicht zu erkennen sind und die Brillanz deutlich beeinträchtigen.
Farbsteine Beinhalten in aller Regel natürliche Einschlüsse.
GG Gelbgold
WG Weißgold
RG Rotgold
Rose-G Rosé-Gold
L. get. Weiß Leicht getöntes Weiß
get. Weiß Getöntes Weiß
Reinheitsbeh. Lasergebohrt und/oder fracture filled
ct. Karat

 

Übersicht Schmuckepochen

Historismus (ca. 1780–1890)

Für dies Epoche sind verspielte Motive und Formen charakteristisch. Naturgetreue Blumenmotive erfreuten sich besonderer Beliebtheit. Formen wurden gestanzt, gepresst oder maschinell gehauen und nachziseliert.Colliers wurden kurz und eng getragen. Die berühmte Cannetille-Technik kam auf, Goldschmiede fertigten ein spiralförmiges Golddrahtgerüst zu Ranken und Bögen, die sie mit Blüten und Blättchen verzierten und manchmal zusätzlich granulierten. Amethyste oder Türkise gehörten zu den favorisierten Szeinen. Um 1886 schuf Tiffany die berühmte Solitärfassung.

Belle Époque (ca. 1884–1914)

Dies bezeichnet die Zeitspanne von 1884 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Der Schmuck ist girlandenartig gestaltet und wird als «Garland Style» bezeichnet. Inspiriert von Rokoko-Mustern aus dem 18. Jahrhundert wirken die Designs anmutig. Die Formen sind hochsymmetrischen und sehr aufwendig gearbeitet. Weit verbreitet war die filligrane Millegriffes-Fassung, in die überwiegend  Diamanten gefasst wurden.

Jugendstil (ca. 1890–1920)

Die Kunstzeitschrift  «Jugend» war namensgebend. René Lalique entwarf in Paris ab 1885 neue Formen und Farbenwelten. Inspiriert wurde er  vom Symbolismus und den Formen der Natur, wie Lilien, Libellenflügeln, Schmetterlingen oder Früchten und bevorzugte Materialien aus wie Glas, Email, Perlmutt, Elfenbein und Horn.
Der Russe Peter Carl Fabergé erlangte Berühmtheit mit seinen «Objets d’art», besonders mit den Prunkeiern die er für den Zaren anfertigte.Seine Emailierungen sind meisterhaft.

Art déco (ca. 1920–1940)

Diese Stilrichtung prägte die Zeit zwischen den Weltkriegen. Ihr Name stammt von der grossen Weltausstellung des Kunstgewerbes 1925 in Paris. Konventionelle Lebensformen wurden über Bord geworfen und die Formensprache ging zu einer nüchternen Sachlichkeit mit kühlen Farben und klaren Formen über. Der sogenannte Doppelclip stammt aus den 1920er-Jahren und blieb bis in die 1950er-Jahre beliebt. Als Brosche oder als zwei identische Clips wurde er am hüftlangen Pulli, Revers, Gürtel, Hut oder an der Handtasche getragen. Ebenfalls typisch für diese Epoche war weisser Schmuck, vorwiegend aus Platin. Mit der Entdeckung des Königsgrabs von Tutanchamun wurde auch Ägypten wieder ein Thema. Die wichtigsten Vertreter des Art déco waren Fouquet, Cartier (Tutti-frutti-Stil), Boucheron, Van Cleef & Arpels, Slutzky, Gropius, Moser und Jensen. (Quelle: Egidem, Expertise Schmuckepochen)

1940er-Jahre

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kam die Schmuckproduktion in Europa erst einmal zum Erliegen. So wurde der sogenannte Retro- oder Cocktailstyle aus den USA erst Ende der 1940er-Jahre in Europa nachgeholt. Dabei vereinten sich Stilelemente aus dem Art déco, Modernismus sowie Maschinenzeitalter und schufen auffällige Formen und dramatische Effekte; zum Beispiel die Kombination von Rotgold und Rubinen in einer prächtigen Garnitur. In dieser Zeit dominierte Goldschmuck und gleichzeitig kamen breite Armbänder in Mode. Van Cleef & Arpels erfand 1935 das «invisible setting» – eine unsichtbare, aufwändige Pavé-Fassung, bei der die Steine kalibriert geschliffen und unsichtbar auf einem Gitter befestigt werden. Die Ballerina-Broschen des Traditionshauses waren ebenfalls sehr beliebt. (Quelle: Egidem, Expertise Schmuckepochen)

1950er-Jahre

Dieses Jahrzehnt zeigte sich wieder etwas zierlicher mit einer Tendenz zum Naturalismus. Typisch für die 1950er-Jahre ist die Kombination von Gelbgold und Türkis. Jeanne Toussaint, die langjährige künstlerische Leiterin von Cartier, hatte sich schon früh vom Fell der Raubkatze inspirieren lassen. Erst eine 1948 geschaffene Panther-Brosche für die Herzogin von Windsor begründete die Panther-Mode – und rief das Symbol des Hauses ins Leben. Die Schmuckdesigns von Pierre Sterlé in der Gestalt von geschmeidig geflochtenen und gedrehten Colliers oder Goldbracelets, die mit Fransen und Perlen geschmückt waren, verhalfen dem Künstler zu internationalem Renommee. (Quelle: Egidem, Expertise Schmuckepochen)

1960er-Jahre

Dieses Jahrzehnt erlebte ein Revival des weissen Schmucks, diesmal eher aus Weissgold und oft in Kombination mit Perlen, Onyx oder Brillanten. Das verlieh dem Schmuck die für jene Zeit typische kühle Anmutung. Die Formensprache wurde wieder streng und geometrisch. Der Däne Georg Jensen machte sich mit seinen klaren, abstrakten Formen einen Namen. Modeschöpfer wie zum Beispiel André Courrèges entwarfen Schmuck als Accessoires zu ihren Kollektionen. Mit der Hippiekultur stieg ausserdem die Begeisterung für indischen Schmuck. (Quelle: Egidem, Expertise Schmuckepochen)

1970er-Jahre

In den 1970er-Jahren dominierte ein weich fliessender, aus Skandinavien (Lapponia) stammender Stil, der sich an abstrakten Naturformen und den unebenen Oberflächenstrukturen von Hölzern orientierte. Die Schmuckstücke aus jener Zeit präsentieren Asymmetrien und spezielle Oberflächen mit unregelmässigen Riefen, die wie zufällig entstanden wirken und zum Beispiel an Baumrinde erinnern. Der typische Stil von Bulgari zeigte Objekte mit strukturiertem, symmetrisch und kompakt angeordnetem Gold sowie Farbenspiele facettenreicher Edelsteinkombinationen. (Quelle: Egidem, Expertise Schmuckepochen)

1980er-Jahre

Der üppige, repräsentave Stil kehrte in diesem Jahrzeht zurück, die klassischen Steine wie Rubin, Safir, Smaragd und Diamant werden mit Gelbgold zu effektvollen Schmuckstücken kombiniert. Farbsteine wurden bevorzugt im Cabochon -Schliff verarbeitet,auch Goldketten in verschiedenen Mustern waren beliebt.